Zurück zu den Ressourcen

Anlassofen kaufen: 10 Kriterien für die richtige Auswahl

30. September 2026Unkategorisiert

Ein Anlassofen ist eine Investition für zehn, fünfzehn oder mehr Jahre. Wer beim Kauf nur auf Volumen und Preis schaut, bezahlt die Fehlentscheidung später mit ungleichmäßiger Härte, langen Zykluszeiten, hohen Stromkosten oder einem Ofen, der für den nächsten Auftrag zu klein ist. Dieser Leitfaden zeigt die zehn Kriterien, die bei der Auswahl wirklich zählen, welche Fragen Sie einem Anlass-Ofen-Hersteller stellen sollten und welche Angaben in Ihre Anfrage gehören.

Wenn Sie zuerst verstehen möchten, wie das Anlassen metallurgisch funktioniert und welche Temperaturen für welche Stähle üblich sind, lesen Sie unseren Grundlagenartikel Anlassofen: Funktionsweise, Temperaturbereiche und industrielle Anwendungen.Inhalt

  1. Vor dem Kauf: Anlassofen kaufen oder Lohnhärterei?
  2. Die 10 Kriterien für die Auswahl
  3. Was bestimmt den Preis eines Anlassofens?
  4. Den richtigen Anlass-Ofen-Hersteller erkennen
  5. Checkliste für Ihre Anfrage
  6. 5 Modelle für typische Einsatzszenarien
  7. Häufige Fragen

Vor dem Kauf: Anlassofen kaufen oder Lohnhärterei?

Nicht jeder Betrieb braucht einen eigenen Anlassofen. Die Frage lohnt sich vor jeder Investition, denn die Antwort bestimmt auch die Größe des Ofens.

Ein eigener Ofen rechnet sich meist, wenn regelmäßig gehärtet wird und das Anlassen direkt danach erfolgen muss, wenn Transportwege zur Lohnhärterei Zeit und Qualität kosten, wenn Durchlaufzeiten ein Wettbewerbsfaktor sind oder wenn Know-how und Prozessdaten im eigenen Haus bleiben sollen. Gerade bei Werkzeugstählen ist der Zeitfaktor kritisch: Gehärtete Teile sollten angelassen werden, sobald sie handwarm sind. Liegen sie stundenlang oder über Nacht, steigt das Risiko von Spannungsrissen.

Die Lohnhärterei bleibt sinnvoll, wenn nur gelegentlich kleine Mengen anfallen, sehr unterschiedliche Verfahren gebraucht werden (etwa Vakuumhärten, Nitrieren, Einsatzhärten) oder kein Personal mit Wärmebehandlungserfahrung vorhanden ist.

Viele Betriebe wählen einen Mittelweg: Sie härten extern, lassen aber im eigenen Ofen an, oder sie betreiben einen Hochtemperatur-Kammerofen zum Härten zusammen mit einem Umluft-Kammerofen zum Anlassen im Tandem.

1

Prozessanforderungen zuerst definieren

Der häufigste Fehler beim Ofenkauf: Man beginnt mit dem Katalog statt mit dem eigenen Prozess. Bevor Sie Modelle vergleichen, sollten Sie schriftlich festhalten, welche Werkstoffe Sie anlassen, bei welchen Temperaturen, mit welchen Haltezeiten, wie oft (einfach, zweifach, dreifach) und mit welcher Härtetoleranz. Dazu gehören auch Nebenprozesse, die derselbe Ofen übernehmen soll, etwa Spannungsarmglühen von Schweißteilen, Warmauslagern von Aluminium oder Vorwärmen.

Aus diesen Angaben entsteht ein einfaches Lastenheft. Es ist die Grundlage für jedes seriöse Angebot und schützt davor, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Frage an den Hersteller: Welche Informationen brauchen Sie von uns, um den Ofen auszulegen? Ein guter Hersteller fragt von sich aus nach Werkstoff, Chargengewicht und Takt.

2

Die richtige Maximaltemperatur wählen

Umluft-Anlassöfen werden typischerweise in Temperaturstufen angeboten, zum Beispiel 250, 350, 450, 650 und 750 °C. Die Stufe bestimmt Heizleistung, Isolierstärke, Werkstoffe von Ventilator und Luftleitblechen und damit den Preis.

TemperaturstufeTypische Anwendungen
bis 250 °CNiedrigtemperatur-Anlassen einsatzgehärteter Teile, Warmauslagern von Aluminium, Trocknen, Aushärten
bis 350 °CAnlassen von Kaltarbeitsstählen und Schneidwaren, Tempern von Kunststoffen
bis 450 °CZusätzlich Federstähle und zähigkeitsbetontes Anlassen
bis 650 °CVergüten, Warmarbeitsstähle, Schnellarbeitsstähle (Sekundärhärte-Anlassen)
bis 750 °CHochtemperatur-Anlassen mit Reserve, Spannungsarmglühen von Stahlkonstruktionen

Die Faustregel lautet: Ihre höchste Prozesstemperatur sollte mindestens 50 K unter der Tmax liegen. Ein Ofen, der dauerhaft an seiner Grenze betrieben wird, verschleißt schneller und regelt schlechter. Gleichzeitig ist eine zu hohe Stufe verschenktes Geld, wenn Sie nie über 300 °C anlassen.

Frage an den Hersteller: Bei welcher Temperatur ist die angegebene Temperaturgleichmäßigkeit garantiert, nur bei Tmax oder im gesamten Arbeitsbereich?

3

Temperaturgleichmäßigkeit und Normen

Die Temperaturgleichmäßigkeit im Nutzraum entscheidet darüber, ob alle Teile einer Charge dieselbe Härte erreichen. Sie wird als Abweichung vom Sollwert angegeben, zum Beispiel ±5 K. Wichtig ist, auf welches Volumen sich der Wert bezieht: auf den gesamten Ofenraum oder nur auf einen kleineren, definierten Nutzraum.

In regulierten Branchen muss die Gleichmäßigkeit nachgewiesen werden. In der Luft- und Raumfahrt gilt meist AMS 2750 mit ihren Ofenklassen, Temperaturgleichmäßigkeitsmessungen (TUS) und Systemgenauigkeitstests (SAT). In Europa wird häufig auch DIN 17052-1 herangezogen. Wenn Ihr Kunde solche Nachweise fordert, muss das vor dem Kauf feststehen, denn Messanschlüsse, Thermoelementbestückung und Regelungstechnik müssen dafür ausgelegt sein.

Frage an den Hersteller: Liefern Sie ein Protokoll der Temperaturverteilung, und nach welcher Norm und mit wie vielen Messstellen wurde gemessen?

4

Nutzraum, Chargengewicht und Beladung

Das Ofenvolumen in Litern sagt wenig über die tatsächliche Nutzbarkeit. Entscheidend sind die Innenmaße im Verhältnis zu Ihren Teilen und Chargiergestellen. Rechnen Sie mit einem Abstand von einigen Zentimetern zu Wänden und Luftleitblechen, damit die Umluft zirkulieren kann, und planen Sie 10–20 % Reserve für künftige Aufträge ein.

Ebenso wichtig ist die Beladung:

  • Frontbeladung über Tür, Hubwagen oder Stapler ist die flexibelste Lösung für Körbe und Gestelle. Dafür eignen sich Umluft-Kammeröfen.
  • Herdwagen sind die richtige Wahl für schwere Einzelteile, die per Kran beladen werden, etwa Gesenke, Schweißrahmen oder große Schmiedeteile. Siehe Herdwagenöfen für niedrige Temperaturen.
  • Begehbare Öfen mit Chargierwagen nehmen sehr große oder lange Chargen auf. Siehe begehbare Öfen.

Klären Sie außerdem die zulässige Bodenbelastung des Ofens in kg und die Tragfähigkeit Ihres Hallenbodens.

Frage an den Hersteller: Wie hoch ist die maximale Chargenlast, und ist sie gleichmäßig verteilt oder als Punktlast zulässig?

5

Heizleistung und Durchsatz realistisch berechnen

Die Anschlussleistung in kW bestimmt, wie schnell eine volle Charge auf Temperatur kommt, und damit, wie viele Zyklen pro Schicht möglich sind. Eine Überschlagsrechnung hilft, Angebote zu vergleichen:

Beispiel: 500 kg Stahl sollen von 20 °C auf 600 °C erwärmt werden. Mit einer mittleren spezifischen Wärmekapazität von rund 0,5 kJ/(kg·K) ergibt sich ein Wärmebedarf von etwa 500 kg × 0,5 kJ/(kg·K) × 580 K ≈ 145.000 kJ, also rund 40 kWh. Hinzu kommen die Wärme für Chargiergestelle, Ofenauskleidung und die Wandverluste. Ein Ofen mit 16 kW braucht dafür rechnerisch deutlich mehr als 2,5 Stunden, ein Ofen mit 32 kW entsprechend weniger.

Die Rechnung ersetzt keine Auslegung durch den Hersteller, zeigt aber schnell, ob ein angebotener Ofen zu Ihrem Takt passt. Bedenken Sie auch: Mehr Leistung bedeutet einen größeren elektrischen Anschluss und eventuell höhere Leistungspreise beim Energieversorger.

Frage an den Hersteller: Wie lange dauert das Aufheizen des leeren Ofens und einer typischen Charge auf meine Prozesstemperatur?

6

Luftumwälzung und Luftführung

Unterhalb von etwa 600 °C überträgt ein Ofen die Wärme hauptsächlich durch Konvektion. Ein Anlassofen ohne leistungsstarken Umwälzventilator erwärmt die äußeren Teile einer Charge viel schneller als die inneren. Achten Sie deshalb auf Ventilatorleistung, Luftleitsystem und die Richtung der Luftführung.

  • Horizontale Luftführung eignet sich gut für Regale mit flachen Teilen und Blechen.
  • Vertikale Luftführung ist vorteilhaft bei Körben mit Schüttgut und hohen Gestellen.

Fragen Sie auch nach dem Werkstoff des Ventilatorrads und der Luftleitbleche. Bei 650–750 °C müssen sie aus hitzebeständigem Stahl bestehen, sonst drohen Verzug und Unwucht.

Frage an den Hersteller: Welche Luftführung empfehlen Sie für meine Teilegeometrie, und ist die Luftrichtung anpassbar?

7

Steuerung, Programme und Dokumentation

Die Steuerung ist das, womit Ihr Personal täglich arbeitet. Mindestanforderungen für einen Anlassofen sind programmierbare Rampen und Haltezeiten, mehrere speicherbare Programme und eine Funktion, um Zyklen für das Mehrfachanlassen automatisch zu wiederholen.

Für die Qualitätssicherung wichtig:

  • Aufzeichnung der Temperaturkurve jeder Charge mit Datum, Programm und Bediener
  • Anschluss eines Chargenthermoelements, damit die Haltezeit ab Kerntemperatur zählt
  • Exportfunktion (USB, Netzwerk) oder Schnittstelle zu MES/ERP
  • Benutzerverwaltung mit Passwortschutz, damit Programme nicht versehentlich verändert werden

Frage an den Hersteller: Wie werden Prozessdaten gespeichert und exportiert, und wie lange bleiben sie verfügbar?

8

Sicherheit und Konformität

Ein Industrieofen muss in der EU die CE-Kennzeichnung tragen und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie erfüllen. Für thermoprozesstechnische Anlagen gilt zudem die Normenreihe EN 746. Achten Sie im Einzelnen auf:

  • einen unabhängigen Übertemperaturbegrenzer, der den Ofen bei Reglerausfall abschaltet
  • einen Türkontaktschalter, der Heizung und Ventilator beim Öffnen stoppt
  • eine Abluftöffnung, wenn Öl- oder Kühlmittelreste aus dem Härten ausdampfen können
  • einen Not-Aus sowie akustische und optische Alarme
  • eine niedrige Außentemperatur des Gehäuses zum Schutz des Personals

Ein unterschätzter Punkt sind Ölreste: Werden ölabgeschreckte Teile ungereinigt angelassen, entstehen Dämpfe, die sich im Ofen sammeln können. Klären Sie mit dem Hersteller, ob Absaugung oder Frischluftzufuhr nötig sind.

Frage an den Hersteller: Welche Sicherheitseinrichtungen sind serienmäßig, und welche sind Optionen?

9

Energieeffizienz und Betriebskosten

Über die Lebensdauer eines Ofens übersteigen die Energiekosten häufig den Kaufpreis. Deshalb sollten Sie die Gesamtbetriebskosten (TCO) vergleichen, nicht nur den Anschaffungspreis. Die wichtigsten Stellschrauben:

  • Isolierung: Material und Stärke bestimmen die Wandverluste im Dauerbetrieb.
  • Türdichtung: Undichte Türen verursachen Wärmeverluste und kalte Zonen.
  • Passende Größe: Ein halb leerer Großofen verbraucht pro Kilogramm Stahl deutlich mehr Energie als ein gut ausgelasteter kleinerer Ofen.
  • Abkühlfunktion: Eine gesteuerte Zwangskühlung verkürzt Zyklen, besonders beim Mehrfachanlassen.
  • Programmierung: Startzeitvorwahl und optimierte Rampen vermeiden unnötige Leerlaufzeiten.

Frage an den Hersteller: Wie hoch ist der Energiebedarf im Haltebetrieb bei meiner Prozesstemperatur?

10

Hersteller, Lieferzeit und Service

Der Ofen ist nur so gut wie der Hersteller, der ihn liefert, aufstellt und über Jahre betreut. Prüfen Sie Lieferzeit, Verfügbarkeit von Ersatzteilen wie Heizelementen, Thermoelementen und Dichtungen, Reaktionszeit im Servicefall und die Möglichkeit, den Ofen an besondere Anforderungen anzupassen. Die Kriterien dazu finden Sie im nächsten Abschnitt.

Frage an den Hersteller: Welche Ersatzteile sollte ich auf Lager halten, und wie schnell sind sie lieferbar?

Was bestimmt den Preis eines Anlassofens?

Einen pauschalen Preis für einen Anlassofen gibt es nicht, weil sich Modelle in Größe, Temperaturstufe und Ausstattung stark unterscheiden. Diese Faktoren haben den größten Einfluss:

FaktorEinfluss auf den Preis
NutzraumvolumenHoch: mehr Material, Isolierung und Heizleistung
TemperaturstufeHoch: Öfen bis 650–750 °C brauchen hitzebeständigere Werkstoffe und mehr Leistung als Öfen bis 250–450 °C
Temperaturgleichmäßigkeit mit NachweisMittel bis hoch: zusätzliche Thermoelemente, Mehrzonenregelung, Messprotokolle
BeladungskonzeptMittel: Herdwagen und begehbare Ausführungen kosten mehr als Frontlader
Steuerung und DokumentationMittel: Datenlogging, Schnittstellen, Software
Schutzgas, Zwangskühlung, AbluftMittel: je nach Umfang der Option
SonderausführungVariabel: Konstruktion nach Kundenmaß, Automatisierung

Standardmodelle aus einer festen Baureihe sind in der Regel günstiger und schneller lieferbar als Einzelanfertigungen. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob ein Serienmodell mit Optionen Ihre Anforderungen erfüllt, bevor Sie eine maßgeschneiderte Lösung anfragen.

Neu oder gebraucht?

Gebrauchte Anlassöfen sind verlockend, bergen aber Risiken: unbekannter Zustand von Isolierung und Heizelementen, verschlissene Ventilatorlager, veraltete Regler ohne Datenaufzeichnung und oft keine Dokumentation zur Temperaturgleichmäßigkeit. Für Anwendungen mit Qualitätsnachweis ist ein neuer Ofen fast immer die sicherere Wahl. Wer gebraucht kauft, sollte den Ofen vor Ort bei Prozesstemperatur prüfen und die Kosten für Nachrüstung einplanen.

Den richtigen Anlass-Ofen-Hersteller erkennen

Auf dem Markt gibt es Hersteller mit reinem Standardprogramm, reine Sonderanlagenbauer und Händler, die Öfen anderer Produzenten vertreiben. Für die meisten Käufer ist ein Hersteller ideal, der beides kann: ein breites Serienprogramm für schnelle Lieferung und eigenes Engineering für Anpassungen. Diese Merkmale sprechen für einen guten Anlass-Ofen-Hersteller:

  • Eigene Konstruktion und Fertigung: Wer selbst konstruiert und baut, kann Anpassungen schnell umsetzen und kennt jedes Bauteil.
  • Breites Standardprogramm: Mehrere Temperaturstufen und fein abgestufte Größen erlauben eine passgenaue Auswahl statt eines „zu groß, zu heiß“-Kompromisses.
  • Technische Beratung vor dem Angebot: Ein seriöser Hersteller fragt nach Werkstoff, Chargengewicht und Prozess, statt nur ein Datenblatt zu schicken.
  • Transparente technische Daten: Innenmaße, Außenmaße, Anschlussleistung, Spannung und Gewicht sind klar angegeben und vergleichbar.
  • Kurze Lieferzeiten: Lagerhaltung beliebter Modelle und standardisierte Baugruppen verkürzen die Wartezeit.
  • Abnahme und Inbetriebnahme: Werksabnahme (FAT), Aufstellung, Einweisung des Personals und Übergabe der Dokumentation.
  • Ersatzteile und Service: Klare Wartungsintervalle, verfügbare Verschleißteile und ein erreichbarer Ansprechpartner.
  • Referenzen aus Ihrer Branche: Erfahrungen aus Metallbearbeitung, Automobil- oder Luftfahrtindustrie zeigen, dass der Hersteller die Anforderungen kennt.

SNOL fertigt über 90 Industrieofen-Modelle und rund 70 Laborofen-Modelle, hält rund 200 der gefragtesten Produkte auf Lager und entwickelt bei Bedarf kundenspezifische Lösungen. Einen Überblick über das Programm für Metallbearbeitung, Luftfahrt, Automobilindustrie und weitere Branchen finden Sie unter Wärmelösungen für die Industrie. Mehr über das Unternehmen erfahren Sie unter Warum SNOL?.

Checkliste für Ihre Anfrage

Je vollständiger Ihre Anfrage, desto schneller und genauer das Angebot. Mit diesen Angaben kann jeder Hersteller einen Anlassofen passend auslegen:

Lastenheft Anlassofen

  • Werkstoffe (Stahlsorte, z. B. 42CrMo4, 1.2379, 1.2344)
  • Prozesse: Anlassen, Vergüten, Spannungsarmglühen, weitere
  • Prozesstemperaturen und höchste benötigte Temperatur
  • Haltezeiten und Anzahl der Anlasszyklen
  • Geforderte Temperaturgleichmäßigkeit und Norm (z. B. AMS 2750)
  • Größtes Bauteil: Abmessungen und Gewicht
  • Chargengewicht inklusive Gestellen und Körben
  • Gewünschter Durchsatz (Chargen pro Schicht oder Tag)
  • Beladeart: Stapler, Hubwagen, Kran, Chargierwagen
  • Verfügbarer Aufstellplatz und Hallenhöhe
  • Elektrischer Anschluss (Spannung, verfügbare Leistung)
  • Anforderungen an Dokumentation und Schnittstellen
  • Optionen: Zwangskühlung, Schutzgas, Abluft
  • Gewünschter Liefertermin

Senden Sie diese Angaben über das Kontaktformular. Sie erhalten eine Rückmeldung mit Modellempfehlung, Preis sowie Produktions- und Lieferbedingungen.

5 Modelle für typische Einsatzszenarien

Die folgenden Umluft-Kammeröfen stammen aus der Baureihe mit forcierter Luftzirkulation für Prozesse bis 750 °C. Alle Modelle arbeiten mit 400 V. Die Auswahl orientiert sich an typischen Käuferprofilen.

ModellVolumenTmaxKammer B × T × HLeistungKäuferprofil
SNOL 250/650250 l650 °C500 × 500 × 1000 mm12 kWWerkzeugbau, erste eigene Anlasskapazität
SNOL 420/650420 l650 °C700 × 600 × 1000 mm16 kWKleine Härterei, Formenbau
SNOL 800/650800 l650 °C900 × 900 × 1000 mm21 kWMittelständische Fertigung
SNOL 1500/6501500 l650 °C1000 × 1000 × 1500 mm32 kWLohnhärterei, hohe Gestelle
SNOL 3400/7503400 l750 °C1000 × 2000 × 1700 mm80 kWGroßserie, lange Bauteile, Spannungsarmglühen

SNOL 250/650: der Einstieg in die eigene Anlasskapazität

250 l · Tmax 650 °C · Kammer 500 × 500 × 1000 mm · 12 kW

Für Werkzeugbauer, die bisher extern anlassen lassen und die Durchlaufzeit verkürzen möchten. Trotz kompakter Grundfläche erreicht der Ofen 650 °C und deckt damit auch Vergütungs- und Warmarbeitsstähle ab. Der hohe, schmale Nutzraum eignet sich gut für Etagengestelle mit Stempeln, Matrizen und Schneidplatten. Wer nur im Niedrigtemperaturbereich arbeitet, kann mit der Variante SNOL 250/450 Kosten sparen.

Technische Daten des SNOL 250/650 ansehen

SNOL 420/650: für kleine Härtereien und den Formenbau

420 l · Tmax 650 °C · Kammer 700 × 600 × 1000 mm · 16 kW

Die breitere Kammer nimmt größere Formeinsätze und Gesenke auf, ohne dass der Ofen viel Hallenfläche beansprucht. Mit 16 kW ist die Aufheizleistung für typische Chargen im Formenbau gut bemessen. Ein solider Partner für einen Härteofen im Tandembetrieb.

Technische Daten des SNOL 420/650 ansehen

SNOL 800/650: der Standard in der mittelständischen Fertigung

800 l · Tmax 650 °C · Kammer 900 × 900 × 1000 mm · 21 kW

Wenn regelmäßig gehärtete Serienteile wie Wellen, Zahnräder oder Verbindungselemente angelassen werden, bietet diese Größe ein gutes Verhältnis aus Nutzraum, Aufheizleistung und Energiebedarf. Die quadratische Grundfläche passt zu gängigen Körben und Chargiergestellen.

Technische Daten des SNOL 800/650 ansehen

SNOL 1500/650: für Lohnhärtereien mit wechselnden Chargen

1500 l · Tmax 650 °C · Kammer 1000 × 1000 × 1500 mm · 32 kW

Lohnhärtereien brauchen Flexibilität: heute ein Korb mit Kleinteilen, morgen hohe Gestelle mit langen Werkzeugen. Die Kammerhöhe von 1,5 m schafft Platz für mehrstöckige Chargierung, die Heizleistung hält die Zykluszeiten auch bei schweren Chargen kurz.

Technische Daten des SNOL 1500/650 ansehen

SNOL 3400/750: für Großserie und lange Bauteile

3400 l · Tmax 750 °C · Kammer 1000 × 2000 × 1700 mm · 80 kW

Mit 2 m Kammertiefe und 80 kW Heizleistung ist dieser Ofen für hohe Durchsätze, lange Profile und schwere Chargen ausgelegt. Die Temperaturreserve bis 750 °C erlaubt neben dem Anlassen auch das Spannungsarmglühen von Schweißkonstruktionen. Für sehr schwere Einzelteile mit Kranbeladung sind die Herdwagenöfen die Alternative.

Technische Daten des SNOL 3400/750 ansehen

Alle Größen von 125 bis 4800 Litern in den Stufen 250, 350, 450, 650 und 750 °C finden Sie in der Übersicht der Umluft-Kammeröfen. Für Anlassversuche und Werkstoffprüfung im Labor eignen sich Labor-Kammeröfen.

Häufige Fragen zum Kauf eines Anlassofens

Worauf muss ich beim Kauf eines Anlassofens am meisten achten?

Auf die Übereinstimmung mit Ihrem Prozess: passende Maximaltemperatur mit Reserve, nachgewiesene Temperaturgleichmäßigkeit, ausreichender Nutzraum mit Beladungskonzept und eine Heizleistung, die zu Ihrem Durchsatz passt. Erst danach sollten Preis und Optionen verglichen werden. Welche Größe sollte mein Anlassofen haben?

Ausgangspunkt sind die Abmessungen Ihres größten Bauteils bzw. Chargiergestells plus Abstand für die Luftzirkulation und etwa 10–20 % Reserve. Ein deutlich überdimensionierter Ofen verbraucht mehr Energie pro Charge, ein zu kleiner begrenzt den Durchsatz. Reicht ein Anlassofen bis 450 °C?

Für Niedrig- und Mitteltemperatur-Anlassen, etwa von einsatzgehärteten Teilen, Kaltarbeitsstählen und Federn, ja. Wer vergütet, Warmarbeits- oder Schnellarbeitsstähle anlässt oder spannungsarm glüht, braucht einen Ofen bis 650 °C oder 750 °C. Wie lange ist die Lieferzeit für einen Anlassofen?

Das hängt von Modell, Größe und Ausstattung ab. Serienmodelle, die auf Lager sind, können kurzfristig geliefert werden, Sonderausführungen benötigen eine längere Projektzeit. Den konkreten Termin nennt der Hersteller im Angebot. Kann derselbe Ofen härten und anlassen?

Nur eingeschränkt. Härteöfen arbeiten bei 750–1300 °C mit Strahlungswärme und erreichen im Anlassbereich meist keine gute Gleichmäßigkeit. Zudem ist der Ofen während des Anlassens für das Härten blockiert. Üblich ist ein Härteofen und ein separater Umluft-Anlassofen. Welche Unterlagen sollte ich vom Hersteller erhalten?

Betriebsanleitung, CE-Konformitätserklärung, elektrische Schaltpläne, Ersatzteilliste, Wartungsplan und, falls vereinbart, ein Protokoll der Temperaturgleichmäßigkeit.

Angebot für Ihren Anlassofen anfordern

Schicken Sie uns Werkstoff, Bauteilgröße, Chargengewicht und Durchsatz. Sie erhalten eine Modellempfehlung mit Preis, Produktions- und Lieferbedingungen.Angebot anfordernAlle Umluft-Kammeröfen

Maßgeschneidert für Ihre heißen Neuerungen

Innovative kundenspezifische Lösungen und professionelle Unterstützung für Ihren Bedarf an Wärmebehandlungsprozessen.

Mehr erfahren